In die Sahara Mauretaniens

Große Teile Mauretaniens liegen in der lebensfeindlichen Wüste Sahara. Aber genau dieser Umstand macht das Land attraktiv für Abenteurer, die ein Wüstenabenteuer erleben möchten. Entlang der berühmten Eisenbahnlinie geht es von der Atlantikküste in die Wüste.

Ausgangspunkt der Reise in Nouadhibou, eine Hafenstadt im Norden Mauretaniens. Mit 100.000 Einwohnern ist das ehemalige Port-Étienne die zweitgrößte Stadt in Mauretanien nach der Hauptstadt Nouakchott. Nouadhibou liegt auf einer Halbinsel und die Bucht vor der Stadt bietet ein fast surreales Bild, denn es liegen hier unzählige Schiffswracks auf einem gewaltigen Schiffsfriedhof. Der Eisenerz-Verladehafen Port Minéralier in Nouadhibou ist Endstation für den längsten Eisenerzzug der Welt, der das Eisenerz in über 200 Waggons aus der Region F’dérik und Zouérate transportiert. Die 650 Km lange Bahnlinie wurde 1963 in Betrieb genommen und ist seit dem ein großer Wirtschaftsfaktor der Region.

Die Bahnlinie dient für eine Tour ins Landesinnere Richtung Choum als Orientierung. Auf der gut 500 Km langen Strecke gibt es keine Straße oder Piste, also wird die Strecke meist querfeldein gefahren. In Nouadhibou gibt es die letzte Möglichkeit die Tanks sowie die Wasser- und Essensvorräte aufzufüllen, dann geht es auf die Straße in Richtung Nouakchott. Nach ca. 150 Km verlassen wir die Asphaltstraße und biegen links ab in Richtung Wüste. Hier gibt es noch keine Sanddünen, der Boden ist fest, teilweise felsig. Am Horizont ist bereits das Zwischenziel, der Ben Amira zu erkennen, obwohl er noch mehrere Hundert Kilometer entfernt ist.

Je näher wir der Bahnlinie kommen, desto sandiger wird es. Die ersten kleineren Dünen und Tiefsandpassagen müssen bewältigt werden. Die Fahrt wird nun beschwerlicher. Für die Strecke nach Choum müssen mindestens 2 Tage einkalkuliert werden, daher bleibt nur die Möglichkeit einer Übernachtung im 1000-Sterne Hotel, unter freiem Himmel in der Wüste. Entlang der Bahnlinie leben eine ganze Reihe von Nomadenfamilien, die herzliche Gastgeber sind. Bei der Fahrt an der Bahnlinie ist zu beachten, dass nicht unmittelbar auf oder an den Schienen gefahren werden wollte. Der Zug ist war gut aus einiger Entfernung zu erkennen, doch neben der Strecke liegen teilweise alte Gleise, die von Sand bedeckt sind und ein gefährliches Hindernis darstellen. Zudem können die Schienen sehr scharfkantig sein und die Reifen aufschlitzen.

Ungefähr 100 Km vor Choum liegen der Monolith Ben Amira und seine kleine Schwester Aischa. Es handelt sich hierbei um den zweitgrößten natürlichen Monolithen der Welt nach dem Mount Augustus in der Nähe des Ayers Rock in Australien. Das schwarze, durch Sand und Wasser glatt-geschliffen Gestein, ist einen Abstecher wert. Auf dem Weg zum Ben Amira müssen mehrere längere Tiefsandpassagen durchfahren werden, ebenso auf den restlichen Kilometern nach Choum. Choum selbst ist ein kleines Dorf, dort gibt es eine Tankmöglichkeit.

Ab Choum gibt es eine Piste und Pässe nach Atar. Das Terrain ist nun nicht mehr sandig, sondern felsig. In Atar besteht eine funktionierende Infrastruktur. Der Tank und die Vorräte können aufgefüllt werden. Weiter geht es auf der Piste nach Chinguetti. In Chinguetti beginnt die „richtige“ Sahara mit hohen Sanddünen, wie man es sich vorstellt. Insbesondere zum Sonnenaufgang bietet sich ein wunderbarer Blick über Sanddünen soweit das Auge reicht. Dafür haben sich Strapazen auf diesem Weg gelohnt.

GPS-Streckenkarte Mauretanien von Nouadhibou nach Chinguetti:

Wichtige Hinweise:

  • Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Mauretanien aufgrund eines hohen Entführungsrisikos für westliche Ausländer. Fahrten sollten beim Auswärtigen Amt und der Mauretanischen Regierung angemeldet werden. Es besteht die Möglichkeit einen militärischen Begleitservice der Mauretanischen Armee zu nutzen.
  • Fahrten abseits der Straßen sollten nur mit einem einheimischen Führer unternommen werden, da Gebiete teilweise vermint sein können, insbesondere im Grenzgebiet zur Westsahara.
  • Es besteht in der Wüste generell ein Risiko sich zu verfahren, daher ist dringend ein einheimischer Führer zu empfehlen. Ausreichend Treibstoff, auch in Zusatzkanistern, ist für eine Wüstentour zu kalkulieren. Im Tiefsand kann der Verbrauch eines Fahrzeugs auf über 25 Liter pro 100 Km ansteigen. Motoren können überhitzen. Zudem besteht für ungeübte Fahrer ein erhöhtes Unfallrisiko. Fahrten sollte immer mit mindestens zwei Fahrzeugen unternommen werden, um sich gegenseitig frei zu schleppen.
  • Zudem sollten auf jede Wüstentour ausreichend Wasser (mind. 3 Liter pro Person pro Tag) und Essen mitgenommen werden.
  • Bitte informieren Sie sich nach den aktuellen Verhältnissen in Mauretanien vor der Abfahrt. Das Risiko kann sich täglich ändern.

Tipp:

  • Reiseführer in Mauretanien „Le Phare du Desert“ Idoumou Abderrahmane
  • Übernachtungsmöglichkeit in Chinguetti ist die wundervolle Oase „Maure Bleu“ (GPS 20.457557,-12.358527)

Video von der Fahrt durch Mauretanien: